Wohnbau gestalten

Die überhitzte Baubranche diktiert Preis und Konditionen

Wer sich in einer Landesregierung für die Wohnbauagenden entscheidet, sollte ein Faible für politische Baustellen haben. Zumal die Herausforderungen durch die Coronakrise nicht gerade kleiner geworden sind. Der Zusammenbruch globaler Lieferketten während der Pandemie hat für massive Lieferverzögerungen und einen Anstieg der Baukosten gesorgt. Gestiegene Bau- und Grundkosten setzen den gemeinnützigen Wohnbau massiv unter Druck. Die Gemeinde-Milliarde und die Investitionsprämie der Bundesregierung haben die Situation weiter verschärft. Baufirmen wählen lieber lukrativere Ausschreibungen nach dem Bundesvergabegesetz, statt sich um kleinere, regionale Aufträge der gemeinnützigen Bauträger zu bemühen.

Bodenversiegelung und Klimaschutz

Bei all diesen Herausforderungen steht das übergeordnete Ziel im Vordergrund, zum einen leistbaren, lebenswerten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die Zersiedelung und den Bodenfraß zu stoppen. Der Mehrwert einer Wohnung gegenüber einem Hausbau steht für mich klar im Vordergrund. Wir müssen einen deutlich geringeren Flächenverbrauch, eine höhere Verbauungsdichte und den Öffi-Ausbau forcieren!

Die Folgen der Zersiedelung sind fürs Klima, die Umwelt und das Budget der Gemeinden fatal. Wir brauchen hier dringend eine Trendumkehr, doch dieses Denken ist in vielen Gemeinden noch nicht angekommen.

Meine Vision für den Wohnbau ist: Wir schaffen leistbaren Wohnraum für all jene, die sich Eigentum und teure Mieten nicht leisten können oder wollen. Gleichzeitig stoppen wir den ausufernden Flächenverbrauch und die Zersiedelung und forcieren Bauen mit Holz. Denn jeder Kubikmeter verbautes Holz speichert eine Tonne CO2 für Jahrzehnte und sorgt für klimaneutrales Bauen bei tollem Wohngefühl! Wenn wir künftig mit dem Geld der Wohnbauförderung bauen, dann nachhaltig, lebenswert und an das Öffi-Netz angebunden.

Die Erfolge bisher:

  • Gemeinnütziger Wohnbau gesichert: Derzeit gibt es in Salzburg über 35.000 geförderte Mietwohnungen mit dauerhaft leistbaren Mieten. Aber die Bevölkerung wächst. Wir haben die Wohnbauförderung für die Jahre 2022 und 2023 um 30 Millionen Euro auf insgesamt 330 Millionen Euro angehoben. Damit konnte die Errichtungsförderung von Mietwohnungen um 15 Prozent erhöht werden.
  • Bauen mit Holz wurde massiv forciert: Die Zuschüsse im Holzwohnbau wurden um sieben Prozent erhöht.
  • Vom zersiedelten Hausbau zum mehrgeschoßigen Wohnbau: Die Errichtungsförderung für „Häuslbauer“ wurde von 28 Millionen im Jahr 2016 auf eine Million massiv gekürzt und in den Wohnungsbereich umgeschichtet. Diese Form der Förderung ist heute in puncto Bodenfraß und Zersiedelung schlicht nicht mehr zu rechtfertigen.
  • Leistbares Wohnen durch dauerhafte Mietensenkung: Durch eine Umschuldung auf günstigere Kredite und eine Verlängerung der Kreditlaufzeit wurden die Wohnbaukosten für die Bauträger reduziert. Der damit verbundene Zinsvorteil wurde in Form einer dauerhaften Mietsenkung an 14.300 Mieter*innen weitergegeben. Denn Wohnen ist Lebensqualität, und Wohnen muss leistbar sein und bleiben!
  • Wohnheime für Studierende, Senioren und Menschen mit Handicap: Für diese Gruppen wurde in Salzburg bisher kaum gebaut, das haben wir geändert. Die Zahl der Wohneinheiten wurde verdoppelt.
  • Klimaschutz durch Sanierungen: Wir haben die Fördersumme für Sanierungen verdoppelt und so die Klimaziele für Gebäude kräftig forciert. Hinzu kommt: Sanierungen steigern die Lebensqualität und reduzieren Leerstände sowie Energie- und Heizkosten.